Der Platzmeister | Lukas Fridrich

1. Macht Platz, macht Platz, Mann Weib und Kind, der König kommt mit seinem Regiment. Den Platz muss ich säubern drum tut euch ereifern. Sie kommen all, sie sind ja schon da, drum kommt ihr Zuschauer uns nicht zu nah! Wohin, woher treibt euch der Wind, das eure Stiefel und Sporen so staubig sind?

2. Kamerad ich wünsch dir Glück dazu, dass du die Mädels hast gelassen, sonst könnt ein jeder Ross – und Stierbub die Mädchen auf der Straß’ anfassen. Doch nicht für ungut hab’ nur acht der Anfang wäre jetzt gemacht.


Der Adjudant | Steffen Haug

Ich bin des Königs Adjudant, ich reit’ herum im ganzen Land. Ich reit’ über Wiesen und Äcker, was geht’s dich an, du junger Lecker? Wir kommen soeben aus dem Lande der Sachsen, wo die schönsten Mädchen auf den Bäumen wachsen. Und hätt´ ich früher daran gedacht, so hätt´ ich ein Dutzend davon mitgebracht. Nun hab’ ich’s aber leider vergessen, trotzdem kann ich ruhig schlafen und essen.


Der Quartiermeister | Falah Hasan

Ich bin des Königs Offizier, hier will ich schlagen mein Quartier, des Mohrenkönigs Regiment ist angekommen jetzt geschwind. Ihr Bauern müsst uns gut verpflegen, müsst uns zu essen und zu trinken geben. Von Ochsen, Schwein und Fisch, müsst ihr stellen auf den Tisch. Auch 10 bis 20 Liter Wein, und soll es auch ein Fass voll sein. Ihr Bauern dürft euch nicht beklagen, wenn diese Burschen Esslust haben. Vom Trinken will ich gar nicht reden, kein Krieger ohne Trunk kann leben. Wir sind heut schon weit her gekommen und haben Hunger und Durst bekommen. Habt ihrs gehört nun, macht´s fein recht, ein braver Bauer ist nicht schlecht.


Der Fähnrich | Eric Leins

Zum Fähnrich bin ich auserkoren, zu meiner Fahn’ hab’ ich geschworen, ich werd’ sie aus der Hand nicht geben, und kost’ es auch mein eigen’ Leben. Gar frisch und froh will ich sie schwingen, dabei ein frohes Lied noch singen. Wenn’s Banner frisch im Winde weht, dann frisch es auch durch’ s Leben geht. Drum auf Kameraden, hab’ frohen Mut, der Anfang ist schwierig, das Ende ist gut.


Der Maienträger | Sascha Wächter

Der Maienträger bin ich genannt, den Maien hab’ ich in meiner Hand. Dies ist der heutige Siegespreis, wer ihn erhält, ich noch nicht weiß. Und wenn ein schöner Maien fällt, so reite ich, dass der Boden schnellt. Bleibt aber der Maien aufrecht stehn, so will ich mit meinen Kameraden ins Wirtshaus gehn. Meine Kameraden sind mir wohl bekannt, sie gaben den Maien mir in die Hand, auch taten sie ihn aufs Schönste zieren, damit ich die Mädel soll verführen. Darüber hab ich mich besonnen, es sind mir zu viele zum Tanz gekommen. Und weiter als eine ist immer zuviel, da treibt schon die Eifersucht lustig ihr Spiel. Drum bin ich der Ansicht, ‘s ist ‘s Allerbest, wenn mich eine jede in Ruhe lässt.


Der Mohrenkönig | David Wolf

Ich bin der König der Mohren, wie ihr mich seht bin ich geboren, ich hab’ schwarzes Haar und ein weißes Gesicht, ein jeder glaubt er kenne mich, und rote Lippen hab’ ich auch wie ihr seht, die haben die Mädchen mir fein abgeschleckt. Ich hab auch die Menschen schon oft erschreckt, wenn ich meine Zähne hervor hab’ gebleckt. Drum nehmt euch ihr Mädchen vor mir in Acht, ich komme zu euch, wie der Dieb in der Nacht.


Der Sohn des Mohrenkönigs | Markus Wolf

Ich bin des Mohrenkönigs Sohn Hab meinem Vater alles vertun; Hab lustig gelebt und tüchtig gesoffen, der beste Wein ist mir durch die Gurgel geloffen. Hab gelottert, gewürfelt, gespielt und geraucht, bis ich die Moneten hab alle verbraucht. Arbeit mag ich nicht, zum Betteln schäm ich mich, doch da fällt mir ein Gedanke ein, das Bier ist sehr gut und erst der Wein, als Spielmann durchzieh ich die weite Welt, dann hab ich wieder zu trinken und Geld.


Der Koch des Königs | Johannes Wachendorfer

Ich bin des Mohrenkönigs Koch, der Herr bin ich am Ofenloch, siedet es nicht, so bratet es doch. Ich bin bekannt im ganzen Land, weil ich kann kochen, s’ist ne Schand Der König hat Herren zum Mahle geladen, da haben mir Hunde das Fleisch fort getragen. Nun bin ich in den Wald gegangen, hab Igel, Spitzmaus und Frösche gefangen, und sie mit Haut und Haaren in den Hafen gesteckt, dies hat den Herren gar wohl geschmeckt. Mit Läusen hab’ ich sie gesalzen und mit Flöhen gut geschmalzen, mit Katzendreck sie noch überstrichen das ist ganz fein den Hals’ nab geschlichen. Ich bin zwar ein gelernter Koch, doch eine Köchin fehlt mir noch, die mir die eigenen Speisen würzt und sonst auch noch die Zeit verkürzt. Doch ist den Mädchen nicht zu trauen. Ich hab Angst mich zu beweiben, das Beste ist, ich lass es bleiben.


Der Kellermeister | Luca Schneider

Ich bin des Königs Kellermeister, im Saufen bin ich Herr und Meister. Meine Gurgel ist wohl ganz klein, doch gehen hundert Liter hinein! Und auch drei weitere noch dazu, ich sauf viel weiter als a’ Kuh! Und essen kann ich auch für vier, wohl ganz gemütlich glaubt es mir. Ich fress an Schneider samt der Scher; Mein Magen, der ist grausig leer. Noch leerer als mein Portemonnaie. Und darin ist auch nicht viel mehr. Und dann der Durst, ist nicht zum Lachen, was soll man heutzutage machen, da muss man eben Wasser saufen; wenn man kann kein Bier nicht kaufen.


Der weiße Mann | Daniel Schmieder

Ich bin der schneeweiße Mann, Ich reit herum im ganzen Land, Ich fahre über den Neckar und Rhein Und schau, wo die schönsten Mädchen sein. Arbeiten mag ich gar nicht viel, Ich brauch keinen Rechen und kein’n Stiel, Ich brauch keine Gabel zum Heu umkehren; Ich trink viel Bier und auch viel Wein Und das muss vom Besten sein.


Der Doktor Eisenbart | Gregor Schäuble

Doktormäßig bin ich studiert, ich hab ein altes Weib kuriert. Ich hab’ einen Wurm von ihr getrieben, der ist siebenundsiebzig mal um den Ofen herum gestiegen. Zweimal zum Fenster aus und ein; Was muss das für ein Ding gewesen sein! Wenn mancher wollt’ wissen, was ich hab’ gebraucht, Fuchsschmalz, Dachsschmalz, Drachenschmalz, Schmalz von einem alten Weib, die hinter Likse Lekse leit. Mit siebenundsiebzig Eimer Wein und vierhundert Pfund Leberwurst löscht man den Mädchen, die hier sind, jedes Mal den Durst.

Dazu trägt der Doktor Eisenbart traditionell ein Lied über sich vor.


Der Kurier des Königs | Pascal Engelhart

Des Königs Kurier bin ich genannt! Ich reit herum im ganzen Land. Arbeiten tu ich gar nicht viel, ich brauch keinen Rechen und keinen Stiel und auch keine Gabel zum Heu umkehren Das Weinglas kann ich mit der Hand umleeren. Ich brauch mich auch nicht mit zu Sorgen quälen, um meine paar Pfennige nachzuzählen. Hurra und Heißa, rund ist mein Hut, schön ist das Leben, wenn man nichts tut! Trauern und weinen, ist nicht gut! Drum will ich stets heiter und fröhlich wohl sein und mich meines Lebens noch lange erfreun. Viel lieber als der Ostwind ist mir ein Mädchen im Arm. Das erste macht frostig, das andere macht warm. Drum merkt euch ihr Mädchen, seit herzlich und gut und schenkt auch den Burschen Liebreiz dazu.


Der Kammerherr des Königs | Bernd Oster

Ich bin dem König sein Kammerherr fein, und lasse die Leute heraus und herein. Drum frag ich, was denn der Kerl hier begangen, dass man ihn heute hat eingefangen, im Walde wie wildes Tier, gar festgebunden und festgeschnürt will man ihm wohl den Gausaus machen. Dies sind doch keine noblen Sachen am heutigen Pfingstfeiertag, wo jedermann sich frommen mag. Ich mein, man sollt ihn lassen leben, nachher mag er zu Kuckuck gehen und sich die schöne Welt besehen.


Der Henker | Simon Soziaghi

1. Henkermeister bin ich genannt, den Strick führ’ ich in meiner Hand; ich bin geritten durch eine Stadt, die heißt Wangen, dort hab’ ich den Pfingstbutz aufgefangen. Ich hab ihn erwischt bei einem Pfaffen, da hat er bei der Köchin geschlafen, der König, der hat den Stab gebrochen, und dem Pfingstbutz das Todesurteil gesprochen.

2. Nur still, nur still und nicht so laut! Du Pfingstbutz bist gar a faule Haut; Drum hab ich dich erwischt bei dem Pfaffen, wo du hast bei der Köchin geschlafen. Ich bin als Henker zu dir bestellt, das Todesurteil ist dir schon gefällt; dein Kopf muss ich dir herunter hauen, dann kann dein Glück auf Ehren bauen.


Der Pfingstbutz | Mike Leins

Holla, holla, i bin au no do! I, mit meim grasgreena Hoar. I muss au mohl Spektakel macha, doch müsset ihr net so grausig lacha, wenn i mein Spruch net recht sollt’ macha. Denn wo i gestern Abend hab’ studiert, hat mi a scheene Jungfer verführt. Do ließ i mei Studiera’ bleiba Und tat der Jungfer die Zeit vertreiba. Doch heit Morga ben i früh ufg’standa, ben um neune scho vor d’r Bettlaad g’standa. Do han i glosnet und han dacht’, ob denn no niemand isch erwacht’, und ob niemand fahr’ oder reit’, damit i net d’r Letzte sei. Druff han i gschwend mei Gäule g’ sattelt Und be g’miatlich ane g’wacklet. Doch, dass i be jetzt d’r Letzte g’worda, des hat mi scho ganz sakrisch g’ schorra.


Das Pfingstreiterlied